Kleines
Paradies kontra Windkraftanlagen
Ich
erlaube mir den Leserbrief von Herrn Peter Stiegler vom 28.August
2OO3 in einigen Passagen richtigzustellen bzw. meine Sichtweise
der Dinge darzustellen.
Habe
ich nie von „meinem kleinen Paradies" gesprochen, sondern
Carl Zuckmayr zitiert, der sagte: „Wir lebten einmal im
Paradies: Es war der Ort Henndorf am Wallersee“.
Als begeisterter Wanderer war er schon zu nachtschlafener Zeit
unterwegs, von Henndorf über die Große Plaike –
Lehmberg bis nach Mondsee. Das diese unberührte Naturlandschaft,
auch heute noch von vielen Menschen so gesehen wird zeigen die
mehr als 3000 Unterschriften gegen den Windpark Lehmberg.
Es gibt in
Salzburg sehr gute Alternativen mit denen man Strom erzeugen kann,
z.B. mit Wasser oder Holz (über Biomasse). Mit diesen Ressourcen
sind wir reichhaltig gesegnet und sollten diese noch mehr nutzen,
(Österreich ist bereits Spitzenreiter in der EU als Stromerzeuger
aus erneuerbarer Energie!!!!), sodass der Strom aus der Steckdose
neben umwelterhaltenden Gesichtspunkten auch wirtschaftlicher
sprich günstiger für den Endabnehmer ist. Die Auffassung,
man könnte Windkraftanlagen als umweltfreundliche Technologie
problemlos überall installieren, ist nicht gerechtfertigt.
Die Bürgerinitiative
hatte nur einmal ein Arbeitsgespräch mit einem externen Experten,
und zwar mit einem Herrn vom Naturschutzbund. Dieser hat uns nur
erklärt, dass der Henndorfer Wald kein ausgewiesenes Naturschutzgebiet,
noch dazu nur ein Fichtenforst (tatsächlich handelt es sich
um einen Mischwald) und daher nicht schützenswert ist. Das
sehen viele Bewohner dieser schönen Gegend naturgemäß
anders.
Die
Bürgerinitiative als Atomkraftlobbyisten hinzustellen ist
eine infame Unterstellung und Angstmacherei genauso könnte
die Bürgerinitiative von einer Windkraftlobby sprechen. Zudem
wären jene Menschen die sich für die Erhaltung ihrer
Landschaft und damit gegen die Industriealisierung durch Windkraftanlagen
aussprechen - "Atomkraftbefürworter".
Welche Ironie! Diese Mitmenschen, welche sich für den Erhalt
der Natur einsetzen und diese nicht durch unwirtschaftliche Stromerzeugung,
zerstören lassen wollen, als solche zu bezeichnen.
Das Herr Stiegler anderer Meinung ist als die Windkraftgegner,
liegt wohl in der Natur der Sache, als Angestellter der Energiewerkstatt
und Gesellschafter der Kolowind stehen natürlich auch persönliche
wirtschaftliche Interessen im Vordergrund, aber auch wir glauben
an das Gute im Menschen und hoffen das uns unsere Natur letztendlich
doch wichtiger ist als Umweltargumente die in diesem Zusammenhang
keine sind, denn wir werden mit diesen Windkraftanlagen unseren
Planeten nicht retten, aber sicher unsere lokale Umwelt zerstören.
Wambach Monika
5302
Henndorf a. Wallersee
VerGELDsgott
!
Für die aufrichtige Anteilnahme bei der Aussegnung der Windkraftanlage
sei dem nichtortsansässigen Pfarrer ein herzliches Vergeltsgott
gesagt. Auch für die gelungene Namensgebung – Elias
= Elektrische Irrsinnsanlage Schernham sei ihm gedankt. Dass er
zu guter letzt auch noch den Sohn eines geschädigten Anrainers
zum ministrieren einlud zeigt sein aufrichtiges Mitgefühl
mit jenen Pfarrmitgliedern welche dem Mammon nicht so sehr zusprechen
sondern größeren Wert auf Lebensqualität legen
.
Jesus hat für seinen geraden Weg büßen müssen
– wir sind mit ihm solidarisch und erleiden geduldig was
man uns aufgebürdet. Man darf sich dann auch nicht wundern
wenn sich die Menschen mehr mit der Bibel befassen und so manchen
Irrweg der Ortskirche nicht mehr mitgehen.
Josef Wienerroither
St. Marienkirchen am Windrad
PROF.
HANS G. BORST
STOCK
5
A-4894 OBERHOFEN
Tel/Fax: +43/(0)6216 6740
e-mail: hgborst@gmx.net
19.08.2003
Salzburger
Nachrichten
Karolinger Str. 40
5021 Salzburg
per email: lokales@salzburg.com
Betreff:
Aufstellung von Windrädern auf dem Lehmberg
Mit
grosser Bestürzung habe ich erfahren, dass zunächst 3
Windräder von 150 m Höhe auf dem Lehmberg errichtet werden
sollen, d.h. auf einem Höhenzug, der vom Wallersee, Irrsee
und Mondsee einzusehen ist. Auch soll bereits erwogen werden weitere
Windräder auf der Hohen Plaike, dem westlich des Lehmbergs
verlaufenden Höhenzug, aufzustellen. Dieser Sachverhalt ist
für die in diesen Regionen Wohnen-den und besonders die dort
Erholung Suchenden nicht hinnehmbar.
Es
wird hierdurch eine von der Industrialisierung noch wenig betroffene
Landschaft unverwechselbaren Charakters mit ihren viel besuchten
Spazierwegen und Aus-sichtspunkten empfindlich beeinträchtigt
– nicht nur durch den Anblick der Räder (die nachts auch
noch blinken), sondern auch durch die beträchtliche Lärmentwick-lung
der Rotorblätter und den erforderlichen massiven Wegebau. Die
Folge ist, dass Erholungssuchende aus Nah und Fern unser Gebiet
meiden werden, wie ja auch ganze Landschaften des Nordsee-Küstenlandes
ihre Attraktivität für Urlauber durch ganze Windräderparks
eingebüßt haben. Die dortige Erfahrung hat gezeigt, dass
den ersten genehmigten Windrädern immer weitere folgen, in
unserem Fall also z.B. auf dem Tannberg, Buchberg, Irrsberg, Koglerberg,
Mondseeberg usw. Nicht umsonst hat die bayrische Landesregierung
verhindert, dass nur ein einziges Rad in den Erholungsgebieten der
Voralpen zwischen Teisenberg und Bodensee aufgestellt worden ist!
Hinzu
kommt die Frage der Wirtschaftlichkeit der Windenergie, vor allem
in Regio-nen mit ganz schwachen und inkonstanten Windverhältnissen,
wie sie bei uns herr-schen und die bisher noch nicht einmal hinreichend
überprüft worden sind. In die-sem Zusammenhang bringt
das deutsche Umweltministerium derzeit einen Gesetz-entwurf ein,
wonach Windräder in Schwachwindgebieten in Zukunft nur mehr
gerin-ger und für einen kürzeren Zeitraum subventioniert
werden sollen – zugunsten der auf See errichteten (Süddeutsche
Zeitung, 14.8.03).
Zusammengefasst
rufen wir die betroffenen Bürger auf, der Aufstellung solcher
Monster in unserer einmaligen Landschaft entgegenzutreten, umsomehr,
als sie nur bestimmten Profiteuren dienen, wir aber, über den
erhöhten Strompreis, für die Be-triebskosten aufkommen.
Hans G. Borst
Ruhelandschaften
- Energiequellen für den Menschen
In einer Zeit, in der wir einen Überschuss and Energie haben,
sehe ich es als nicht notwendig an, die schönen, stillen Naturlandschaften
um die Große Plaike und den Lehmberg mit diesen 150 Meter
hohen, nachts blinkenden, schattenwerfenden Aggregaten der Industrialisierung
zu überziehen. Ich werde persönlich auch in meinem Heimatdorf
darunter leiden, sofern es nicht gelingt diese Ungetüme auf
dem Lehmberg zu verhindern.
An Autobahnen, Trassen, in Industrieregionen oder als Offshore Anlagen
im Meer kann man das machen, da haben wir genug Platz. Aber ich
finde, wir brauchen Ruhelandschaften und die Sehnsucht nach Ruhe,
Stille und Geborgenheit muss man meiner Meinung nach ernst nehmen.
Es gibt genug andere Möglichkeiten, Energie zu gewinnen, zum
Beispiel die Solarenergie, die Wasserkraft oder die Biomasse die
ich persönlich sehr befürworte. Ich möchte meiner
Familie, den Kindern, den naherholungssuchenden Mitmenschen unseren
vielen Urlaubsgästen und auch mir lieber diese unberührte
Naturlandschaft als Energiequelle hinterlasssen, als teuere und
nicht einmal den Grundlastbedarf deckende (der Wind weht wann er
will und nicht wann wir den Strom benötigen) Landschaftszerstörende
Windungetüme die letzendlich keiner benötigt und für
deren teueren Strom wir zahlen und für deren "Entsorgung"
die nächste Generation zu sorgen hat.
Oliver Vermeer
Henndorf am Wallersee
Tonn~nschwere
LKW, Schubraupen, Kräne, die Schneisen in ein intaktes Waldgebiet
schlagen, Unmengen von gesunden Bäumen fällen, eine breite
Straße bauen, riesige Fundamente ausbetonieren, um 150 m hohe
Windanlagen aufzustellen, also anderthalb mal so hoch wie der G
aisbergsender -das ist das Szenario am Lehmberg, das uns demnächst
erwartet, wenn es nach dem Willen des Herrn Dr. Kok gehen soll.
Erst werden es drei sein, dann 5, dann 10, dann ...? Wenn einmal
der Anfang gemacht ist, ist es ein Leichtes, den Windpark auszubauen,
wie man z.B. überall in Deutschland sehen kann. Dabei spielt
es absolut keine Rolle, ob ein Naherholungsgebiet von hervorragender
Qualität zerstört, ob das Wild vertrieben oder durch die
Schlägerungen dem Wind eine besondere Angriffsfläche geboten
wird. Was haben schon Ameisen oder Käfer, Moose, Flechten oder
gar das Moor für eine Berechtigung, wenn es um so etwas Großes,
Edles und vor allem (für die Gesellschafter!) Gewinnbringendes
wie Windanlagen geht? Wen stören schon die paar tausend Vögel,
die von den Rotoren erschlagen werden? -Sie, Herr Dr. Kok, haben
sich vor rund 100 Zeugen beim Informationsabend in Neumarkt am 25.9.2002
dazu bekannt, ein gläubiger Christ zu sein. Ich frage Sie:
Wie können Sie eS mit Ihrer christlichen Ethik vereinbaren,
dass derart massive Eingriffe in die Schöpfung vorgenommen
werden, aus denen nur Sie und Ihre Gesellschafter Nutzen und Gewinn
ziehen? Sie haben ebenso eine Verantwortlichkeit gegenüber
der Natur wie jeder von uns! Soll dieses wertvolle Fleckchen Erde
unwiederbringlich verloren gehen, nur für dieses lächerliche
bisschen Energie, das man dort oben produzieren kann? Befragen Sie
Ihr Gewissen, Herr Dr. Kok!
Stephanie
Hauser, 28.7.2003
W
I N D RÄ D E R in T H A L G A U
„Wenn ich Medikamente zulasse, muß ich vorher die Nebenwirkungen
erforschen. Ebenso ist es bei Windkraftwerken. Ich kann nicht einfach
Anlagen irgendwo hinbauen und hinterher feststellen, oh’ da
hab’ ich aber einen Fehler gemacht,“ so eine Grüne
im deutschen Bundestag (Sylvia Voß). Windräder mit 15Om
Höhe sollen in unsere Wälder „einbetoniert“
werden, eine Höhe mit keinerlei Erfahrenswerten und mit massivsten
Veränderungen der Landschaft. Im Alpenraum sind viele Katastrophen
durch unverantwortliche Eingriffe in die Natur hausgemacht. Neue
Forststraßen, Schlägerungen für Pisten und Lifte
oder Zubetonierung und Begradigung natürlicher Wasserläufe
führen bei uns zu mehr Murenabgängen und Überschwemmungen
als durch den ohnehin schon bekannten Klimawechsel. Was solche Eingriffe
bedeuten, müßte man doch gerade in Thalgau nach den vorjährigen,
fürchterlichen Ereignissen am besten wissen. Sind Suventionen
so viel mehr wert als Umwelt und Naturschutz? Aber keine Angst,
wir werden wieder spenden, liebe Nachbarn!
Roswitha
Schwentner
W
I N D R Ä D E R
Antwort auf Leserbrief
Sehr geehrter Herr Kofler aus Köstendorf!
Es gibt keine Windkraftgegner in unserem Land. Im
Gegenteil, wir wissen sehr wohl, wie es um unsere Umwelt bestellt
ist. Es gibt aber Leute, die sich um eines der letzten und sensibelsten
Naherholungs- und Wandergebiete Sorgen machen. Und sehr geehrter
Herr Mag. Sporer aus Perwang (weit genug vom Schuß!) , gerade
weil alles zubetoniert wird und gerade weil auf unserem Bergrücken
schon genug „Kugeln“ und Sender etc., stehen, sind wir
dagegen. In diesem Gebiet müßten umfangreiche Baumschlägerungen
für die Straßen der Lkws betreffs Transport von Beton
(ca. 6OO-8OO qm pro Fundament), Masten und Rotoren (Länge ca.
4Om) vorgenommen werden. Die Relation bei unserem Windaufkommen
kann die Zerstörung der Natur zur Wirtschaftlichkeit nicht
rechtfertigen!! - Eine Studie bei anderen Windkraftanlagen ergibt
furchtbare Zahlen. Tausende von Vögeln werden durch Rotorschlag
jährlich getötet. Ist es das wert, liebe Befürworter?
Ich lade jeden Ja-Sager recht herzlich ein, mich und meinen Enkel
bei unseren monatlichen Wanderungen auf dem Lehmberg zu begleiten.
Dabei kann der Teilnehmende erkennen , wie „gründlich“
die „Salzachwind AG“ Windmessungen durchführt:
die geplante Prüfanlage liegt seit längere Zeit am Boden
und ist bereits mit Gras zugewachsen.
Ebenso wird es den Windrädern bei Unwirtschaftlichkeit
gehen. Über die Fundamente wird Gras wachsen. Aber die 140m
hohen Masten würden als mahnende Zeigefinger für unsere
Nachwelt erhalten bleiben. Darum lieber Rupert, Emmerich, Mathias
usw. bleibt bitte bei Eurer Entscheidung.
Gerd Wohlschlager
Kapellenstr. 11
53O2 Henndorf
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